Torbole – Mantua

Gardesana Orientalie, die Hauptverkehrsstraße an der Ostseite des Sees lässt sich doch recht gut mit dem Rad fahren, trotz des Autoverkehrs. Außerdem sind zahllose Radrennfahrer unterwegs und die Autofahrer offenbar drauf eingestellt. Zeitweise gibt es ausgewiesene Radwege direkt am Ufer, schön, ruhig, verkehrsfrei, die man aber mit den Fußgängern teilen muss und ab und zu ist Schiebegebot. Die Rennradfahrer bleiben oben auf der Straße, ich probiere es mit einer Mischung. Allzu eilig sollte man es eh nicht haben, da es so viel zu sehen gibt und das Vorbeirasen schade wäre. 

Tourismus hin oder her, es ist einfach schön hier an diesem wunderbaren Oktoberwochenende. Frühstück am See in Torbole mit Langblick, wie man ihn erst am Ende des Sees wieder hat.

Die Gassen von Mascesine, schon urig eng.

 Und überall zinnengekrönte Stadtmauern, schmale Hafenbecken mir ein paar einzelnen Schiffen drin. Hier muss immer geschoben werden, macht aber nix. Seeblick fast die ganze Zeit – und Zeit nehmen, wie gesagt, und immer mal umschauen.

Eine Mauer hat man weggerissen (übernächstes Bild), um im 17.Jh für Zitronen einen Winterschutz zu haben, heute immer noch erhalten.

Promenierende Leute ohne Ende – und am Ende des Tages in Bardolino kein Glück mit einem freien Campingplatz für mein Zelt. Und sowas in der Nachsaison. Also erst mal unter die Leute setzen für Wein und was Essen. Nach weiteren weinseeligen Versuchen der Zeltplatzsuche weißt mir einer in Lazise einen unbelegten „MobilHome-Platz“ für mein Zelt zu, das ich auf der hölzernen Terrasse aufschlage, der steingrasige Autoabstellplatz ist obendrein uneben. Das Außenzelt brauche ich nicht, ginge such schlecht ohne Häringe, egal!

Immer breiter wird der See und auch die Gassen in den Orten passen sich an (so meine Theorie, praxisgeprüft). Von Malcesine bis Garda geht’s innnendrin pittoresk eng zu, Bardolino ist schon weiter und Lazise hat richtig große Plätze und kaum eine schmale Gasse. Strände ohne Ende dann bis zum Ende des Sees in Perschiera, vollkommen von Kanälen umschlossen. 

Alte Pfahlbauten dort zählen zum UNESCO-Weltkulurerbe, Gondoliere fahren um die mächtigste Befestigungsanlage des ganzen Gadasees herum (von den Venezianern im 15./16.Jh. erbaut, ebenfalls Weltkulturerbe)

 und der Mincio fließt aus ihm heraus, ein breiter Kanal, an dem ein vielbefahrener schöner Radweg die Dörfer flußabwärts erschließt, aber wie so oft gilt: Automatisch durch kommt man nicht, einen Abstecher braucht’s, um sie staundend zu genießen. Da wäre z.B. Valleggio sul Mincio mit dem urigen Ortteil Borghetto di Valeggio mit einem einzigartigen mittelalterlichen Mühlenviertel – die Wassermühlen sind teilweise noch in Betrieb, eine Seltenheit. Die Häuser mit den Mühlengängen geben tolle Fotomotive ab. 

Weiter dann bis Mantua, dessen Altstadt auf einer Halbinsel des Mincio, hier breit wie ein See, liegt. Auch hier Kultur ohne Ende, bestes Eis aus der Gelateria, jede Sorte mit einem silbernen Deckel behütet, viele Radfahrer und ein paar Stimmungsfotos:

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