Das Finale

…der Lauf, der Halbmarathon!

Beste Stimmung vor dem Start:

Foto: Otmar Wiesenegger – Die Erlanger Teilnehmer: Jonas Eberlein, Fredi Schmidt, Manuel schmidt, Gertrud Härer, Peter Steger , zusammen mit den Lauffreunden aus Wladimir

Tolle Stimmung, viele Leute, stark besetzte Läufe. Schon um 11.00 starteten Hunderte von Schülern auf der 2 km Runde um das Goldene Tor und liegen sich danach stolz mit Urkunde und Medaille fotografieren.

Auch bei unserem Start Punkt 12 Uhr mittags legte ein bestens gelauntes großes Läufervolk in Richtung Goldenes Tor enthusiastisch los. War das ein Hallo und Geschrei!

Die Strecke hatte es aber auch in sich: Eben war es nie, von Anfang an ging’s immer rauf und runter, kilometerlangem Gefälle folgte ein ebensolcher Aufstieg. Auf der Pendelstrecke sah man sich immer wieder: Jonas jonglierte, Ferdi winkte lachend, Peter rief: „Lass dir Zeit!“ Othmar und sein russischer Fotografenkollege dokumentierten das Ganze mit ihrer großen schweren Ausrüstung und vergaßen auch das Anfeuern nicht. Dreimal die lange Steigung rauf und runter, das merke ich schon. Olga, meine einheimische Konkurrentin in der W55, lag ein kleines Stück vor mir, wurde gehen Ende immer stärker und sammelte noch eine andere schnelle Läuferin ein. Auch ich konnte die letzten Kilometer noch ein paar Plätze gut machen und lief glücklich in 1:47:07 ins Ziel.

Foto: Othmar Wiesenegger

Insgesamt waren in Wladimir fünf Teilnehmer aus Erlangen am Start: Fredi Schmidt und Jonas Eberlein, mich auf meiner langen Radanreise schon 150 km vor Moskau mit seinem Tandem samt Partnerin und vielen Radfreunden in Empfang genommen und bis Wladimir begleitet hatte, legten die 9 km entspannt, Jonas jonglierte dabei auch noch mit 3 Bällen, in 50:52 zurück.

Foto: Otmar Wiesenegger

Manuel Schmidt knackte die 2-Stundengrenze in 1:59,27., und das trotz umfangreichen Wodka-Probierens in fröhlicher Runde am Vorabend in Suzdal, wo wir uns intensiv mit Stadtdirektor Sergej Sacharow (4. v.r.) austauschten, selbst ein begeisterter Radfahrer, dessen Tagesrekord bei 300 km liegt. 2013 traff ich ihn schon einmal, damals als Stadtdirektor von Wladimir, wo er immer noch wohnt.

Foto: Otmar Wiesenegger

Ihm gelingt es bestens mit eigenen Ideen die Menschen für’s Radfahren zu begeistern, etwa indem er Radwege anlegt oder alljährlich im Sommer ein dreitägiges Fahrradfest veranstaltet. Übrigens legt er seinen Arbeitsweg von Wladimir nach Susdal hin und retour immer wieder mal gerne im Sattel zurück, immerhin insgesamt gut 60 km.

Foto: Peter Steger – Radbegeisterte Bürgermeister: Susanne Lender-Cassens und Sergej Sacharow

Unser sehr engagierter Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Erlangen Peter Steger hatte, zusammen mit der Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, in den Tagen zuvor ein enggestricktes Programm zu absolvieren, siehe

https://erlangenwladimir.wordpress.com (Beiträge 7.-13.9. 2017) und zudem drohte sich auch bei ihm eine Erkältung breit zu machen, womöglich beim Abschiedsbesuch bei John eingefangen. Mit seiner speziellen Teediät (wenig essen und jeden Tag viele viele Kannen heißen Tee hineinschütten), samt eines Zauberspruches von mir, bekam er das jedoch so gut in den Griff, dass er zwar die Nacht davor nicht schlafen konnte, aber am nächsten Tag derart gut in Form war, dass er trotz der schweren bergauf-bergab-Strecke eine neue persönliche Bestzeit in 1:52:05 hinlegte!! Er sei in der Form seines Lebens, meinte er begeistert und werde immer besser – und das trotz seines nicht mehr ganz jugendlichen Alters! „Herzlichen Glückwunsch, Peter! Weiter so, dann laufen wir demnächst gemeinsam ins Ziel“, freute ich mich mit ihm.

Foto: Otmar Wiesenegger – Peter peilt persönliche Bestzeit an, angefeuert von Fredi und Jonas

Man ehrte mich noch speziell wegen der ungewöhnlichen Anreise, nicht nur ein Interview war fällig und Olga managte energisch, das wir beide unsere AK-Preise gleich noch bekamen. Die sollte es nämlich eigentlich wegen einer Störung der Zeitauswertung nicht mehr an diesem Tag geben.

Danke Olga! Und auf ein Wiedersehen beim nächsten Winterwaldlauf in der Brucker Lache.

Foto: Otmar Wiesenegger

Ergebnisse – Halbmarathon (Teinehmer: 156 Männer/31 Frauen)
Gertrud Härer 1:47:07 – 11.Frau – 2.W55
Peter Steger 1.52:05 – 110.Mann – 4.M55
Manuel Schmidt 1:59:27 – 133.Mann – 67.MHK

Ergebnisse – 9 km
Jonas Eberlein 50:52 109. Platz
Fredi Schmidt 50:52 110. Platz

Link zur Ergebnisliste Halbmarathon

 

 

Aus Wladimir

…(und auch sonst) berichtet Peter Steger, der sich so äußerst engagiert für die Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir (und all die anderen) einsetzt, in seinem Blog (zum Öffnen bitte einfach anklicken):

Peter Stegers Berichte, vom 7. – 12. 9. 2017 live aus Wladimir

So schön geschrieben und informativ! Aber ich warne: Wer das sehr lesenswerte Lesen anfängt, und immer weiter und weiter scrollt, wird so schnell nicht fertig …

Wladimir

…empfängt uns mit einem Regenbogen, wunderschön aufgespannt! Wie haben die das bloß mit dem Timing so gut hinbekommen?

Donnersalut davor, dann ein Leuchten:

Überhaupt hatte es diese letzte Etappe mit vielen Höhenmetern rauf und runter in sich, mit 138 km war es auch eine der längeren.

3255 km zeigte schließlich der Zähler am Goldenen Tor von Wladimir.

Jonas und Gertrud am Ziel

Schon da?! Ich kann’s kaum fassen…

Botschaft

Viel los die letzten Tage! So etwas hätte ich mir nicht träumen lassen! Glückliches Zusammentreffen von Radreise zum Halbmarathon nach Wladimir mit den Festivitäten 200 Jahre Fahrrad! Peter Steger, Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Erlangen stellte den Kontakt zu Jonas Eberlein her, seines Zeichens beschäftigt beim DAAD in Moskau und ein ebenso enthusiastischer Radfahrer wie ich. Der fragte vor der Radreise ganz bescheiden, ob er ein Stück mitradeln dürfe und ließ seine Kontakte spielen …

Nach der Feier am Moskauer Staatszirkus
Radfahren in Moskau

Den Empfang auf dem Mars hatte ich ja schon genossen, ebenso die Lotsendienste des Radklubs „Russisch-Deutsches-Tandem“ nach Moskau hinein, samt Feier mit Torte und Radfahrerpastete hoch über der Stadt.

Als Höhepunkt am Montag richtet Herr Dr. Med Lutz Meyer, der Reionalbeauftragte für Wladimir, aus dem Anlass 200 Jahre auf zwei Rädern und meiner Durchfahrt für die Städtepartnerschaft einen Empfang in der Deutschen Botschaft aus.

Rüdiger Freiherr von Fritsch, Deutschlands Botschafter in der Russischen Föderation, ließ es sich nicht nehmen trotz Terminknappheit die Langstreckensportlerin, die 3000 km aus Erlangen hergeradelt war, zu begrüßen. Ausgerechnet in dieser Stadt hatte er nämlich in den 70er Jahren  Germanistik und Geschichte studiert! Er fahre auch gerne Rad, ließ er wissen und habe jetzt das E-Bike zum entspannten Genussradfahren für sich entdeckt. Ich fand das prima, denn so eröffnen sich für viele ganz neue Möglichkeiten.

Mehr Fotos unter:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10155681364616350&id=374584881349&ref=page_internal&__tn__=-R

Per Twitter verbreitete die Pressestelle der Botschaft diese Meldung, die dann vom Russischen Generalkonsulat in München und der Moskauer Vertretung des Freistaates Bayern in alle Welt hinaus weitergezwitschert wurde ..

Der Abend im Festsaal der Deutschen Botschaft bot ein umfangreiches, sehr interessantes und buntes Programm.

Jonas Eberlein, der sich sehr in Sachen Radverkehrsförderung engagiert, berichtete über das Projekt zur Verkehrserziehung für Schüler, Gertrud Härer über ihre Radreisen nach Wladimir, die eisige von 2013 und die aktuelle, Wladimir Kumow war mit einer Präsentation der Velobewegung in Moskau da – er bringt regelmäßig Zehntausende (!) von Radfreunden zusammen, sogar bei zweistelligen Minusgraden (!!), die dann die gesperrte Innenstadt für sich haben – und Kristina Oblomowa stellte Touren auf historischen Rädern vor.

Abgerundet wurde der Abend mit weiteren guten Gesprächen beim Buffet.

Am Dienstag ging es weiter: Richard Burger, Leiter der Wissenschaftdabteilung bei der Vertretung der Europäischen Union in Moskau, lud zum Treffen ein. Gesprächsthemen waren die umgangreiche historische Fahrradsammlung eines Privatmannes, samt aufwändiger Dokumentation der Geschichte der einzelnen Exponate, die leider in seinem Garten in großen Containern und seinem Haus nicht öffentlich zugänglich ist, hochwertiges Kulturgut, für das eine Präsentation angemessen wäre und die Eurovelowege, die sich durch ganz Europa, von West nach Ost und von Nord nach Süd ziehen. Mehr als ein Dutzend gibt es im Internet, in der Natur und auch auf dem Papier fehlen besonders auf russischem Gebiet Beschilderung, Karten, Beschreibung und touristisches Infrastruktur. Fördergelder der EU könnten hier weiterhelfen und die internationale Verständigung durch den Radtourismus fördern.

In angeregtem Gespräch nahmen sich Richard Burger und seine Mitarbeiter dankenswerterweise mehr als eineinhalb Stunden Zeit für uns.

Das Konzept der Rad- und Wandertouren vom VGN interessierte ihn sehr, Jonas hatte ein Muster für ihn dabei, meine bisher erschienenen bekommt er noch und freut sich drauf. Wir bleiben in Kontakt!

Jonas und ich, waren heute wieder auf der Strecke. 110 km waren es bei Nieselregen und Nordostwind, aber trotzdem haben die Fahrt genossen. Jonas leitete uns sicher aus Moskau hinaus, nochmal mitten durch die Innenstadt. Es lässt sich gut fahren, wenn man die richtige Strecke und die richtige Zeit, die relativ verkehrsarmen Vormittagsstunden, wählt. Wir fuhren auch ruhige Wohnstraßen, die ich 2013 nicht kennengelernt hatte. So bekommt man einen ganz anderen Eindruck von der Stadt. Breite Alleen und viel Grün und Platz für die Kinder in den Wohnquartieren, schön!

Über Grenze zur Region Wladimir ging’s heute schon drüber:

(Bild folgt)

Vor Kirzhach haben wir in einem kleinen Dorf in einem Landhotel Quartier genommen, mit allem Komfort, das Doppelzimmer zu 1000 Rubel (14-15€), sehr zu empfehlen, siehe www.gostinitca-kirzhach.ru

Morgen die finale Etappe 😅…

Moskau

Wir sind da! Schnell noch ein Bild vom Sonntagabend nach fast 3000 km:

Organisator Jonas und Gertrud vor dem Berliner Bären an der Deutschen Botschaft in Moskau

Es war ein ganz wunderbares Moskau-Finale!

Auf der letzte Etappe nach Moskau an diesem allerbesten Sonntagnachmittag begleiteten uns vor Svenigorod zahlreiche Radfreunde von Moskauer Radgruppe „Russisch-Deutsches-Tandem“ um Valentin Safonov.

Valentin lotste uns auf supertollen Wegen, die nur Einheimischen bekannt sind, durch den Moskauer Straßendschungel. Das heißt, Straßen sind wir gar nicht viel gefahren, es ging mit der großen Fußgängerbrücke über die Moskva, länger und oft auf den verschiedenensten Untergründen an ihr entlang, durch Parks und Grünanlagen, bis uns schließlich hoch über der Stadt an der Universität die ganze Stadt in der Abenddämmerung zu Füßen lag.

So schön kann man in Moskau Rad fahren, wenn man es weiß!

Zur Krönung des Tages überraschte uns Anna dort mit selbstgebackener Torte und „Radfahrerpastete“ 😋🚴👏🍰🍪💕

Überraschungsbäckerin Anna
Moskaus Radroutenkenner Valentin hebt das Glas

Euch Allen, die ihr mir einen so unvergesslichen supertollen Tag und Abend bereitet habt, meinen allerherzlichsten Dank!!!
Euere Gertrud

Auf der Hängebrücke über die Moskva auf dem Weg nach Moskau, nur Eingeweihten bekannt!

Mars!

Well landed here!

Hier ist Mars, sogar mit Beschilderung (wenn auch auf russisch). Die Theorie von den „grünen Marsmännchen“ muss wohl entgültig widerlegt werden…

Äußerst nette Bewohner!
Am Samstag, den 02. September wurden wir in Tutschkovo von 7 Radfahrerinnen und Radfahrerinnen des Veloclubs „Velo-Lady Tutschkovo“ um Julia Gusakova empfangen und durch die Stadt geleitet.
Der Gast mit der solarbestückten Marslandefähre wird samt seines Gefährtes inspiziert und von den netten Marsmädchen (des Veloclubs „Velo-Lady Tutschkovo“ um Julia Gusakova) ausgiebigst ausgefragt. Was die alles wissen wollten! Aber das ist kein Wunder, denn so oft kommt auch niemand mit so einem selbstbetriebenen Gefährt von so weit her.

Doch dann wird es nochmal so richtig gefährlich: Der pechschwarze  Autoreifendrache, der Feind aller Radfahrer, entdeckt Gertrud, schnappt sie und will sie verschlingen…

Doch in allerletzter Sekunde naht Hilfe: Mutig stürzt sich Drachenbezwinger Jonas mit seinem grünen Laserstrahl auf das pechschwarze Monster und durchbohrt es an seiner empfindlichsten Stelle!!

Das muss gefeiert werden!

Der besiegte Drache kann niemanden mehr was anhaben!

Alle Marsbewohner und Besucher atmen auf, schwingen sich unbeschwert auf ihre Räder und auf geht’s auf wunderbaren Wegen um den autoreifenfreien Planeten zu erforschen. Freie Fahrt für das Fahrrad!

End of Solo in Volo

…in Volokolamsk, um 16.53 Uhr am Bahnhof: Jonas und Kristina mit dem Tandem… heute Abend zu dritt ein Landhaus mit Sauna … morgen  zu noch mehreren das Fahrradmuseum und Klosterübernachtung…  es wird zu berichten sein!

Suchspiel: Wo ist hier bloß das Fahrrad? Beobachtungsposten von der Caféterrasse vor dem Treffen
On Tour … it goes on and goes on – Foto: Kristina
Hoch über den Gleisen von Volokolamsk: Jonas trifft Gertrud – Foto: Kristina

Nach einer rassanten Dämmerungs- und Dunkelfahrt spät im Landhaus angekommen. Hier logierten früher Dichter und Künstler.

Samstagmorgen: Gleich geht’s weiter nach Tuckovo!