Botschaft

Viel los die letzten Tage! So etwas hätte ich mir nicht träumen lassen! Glückliches Zusammentreffen von Radreise zum Halbmarathon nach Wladimir mit den Festivitäten 200 Jahre Fahrrad! Peter Steger, Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Erlangen stellte den Kontakt zu Jonas Eberlein her, seines Zeichens beschäftigt beim DAAD in Moskau und ein ebenso enthusiastischer Radfahrer wie ich. Der fragte vor der Radreise ganz bescheiden, ob er ein Stück mitradeln dürfe und ließ seine Kontakte spielen …

Nach der Feier am Moskauer Staatszirkus
Radfahren in Moskau

Den Empfang auf dem Mars hatte ich ja schon genossen, ebenso die Lotsendienste des Radklubs „Russisch-Deutsches-Tandem“ nach Moskau hinein, samt Feier mit Torte und Radfahrerpastete hoch über der Stadt.

Als Höhepunkt am Montag richtet Herr Dr. Med Lutz Meyer, der Reionalbeauftragte für Wladimir, aus dem Anlass 200 Jahre auf zwei Rädern und meiner Durchfahrt für die Städtepartnerschaft einen Empfang in der Deutschen Botschaft aus.

Rüdiger Freiherr von Fritsch, Deutschlands Botschafter in der Russischen Föderation, ließ es sich nicht nehmen trotz Terminknappheit die Langstreckensportlerin, die 3000 km aus Erlangen hergeradelt war, zu begrüßen. Ausgerechnet in dieser Stadt hatte er nämlich in den 70er Jahren  Germanistik und Geschichte studiert! Er fahre auch gerne Rad, ließ er wissen und habe jetzt das E-Bike zum entspannten Genussradfahren für sich entdeckt. Ich fand das prima, denn so eröffnen sich für viele ganz neue Möglichkeiten.

Mehr Fotos unter:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10155681364616350&id=374584881349&ref=page_internal&__tn__=-R

Per Twitter verbreitete die Pressestelle der Botschaft diese Meldung, die dann vom Russischen Generalkonsulat in München und der Moskauer Vertretung des Freistaates Bayern in alle Welt hinaus weitergezwitschert wurde ..

Der Abend im Festsaal der Deutschen Botschaft bot ein umfangreiches, sehr interessantes und buntes Programm.

Jonas Eberlein, der sich sehr in Sachen Radverkehrsförderung engagiert, berichtete über das Projekt zur Verkehrserziehung für Schüler, Gertrud Härer über ihre Radreisen nach Wladimir, die eisige von 2013 und die aktuelle, Wladimir Kumow war mit einer Präsentation der Velobewegung in Moskau da – er bringt regelmäßig Zehntausende (!) von Radfreunden zusammen, sogar bei zweistelligen Minusgraden (!!), die dann die gesperrte Innenstadt für sich haben – und Kristina Oblomowa stellte Touren auf historischen Rädern vor.

Abgerundet wurde der Abend mit weiteren guten Gesprächen beim Buffet.

Am Dienstag ging es weiter: Richard Burger, Leiter der Wissenschaftdabteilung bei der Vertretung der Europäischen Union in Moskau, lud zum Treffen ein. Gesprächsthemen waren die umgangreiche historische Fahrradsammlung eines Privatmannes, samt aufwändiger Dokumentation der Geschichte der einzelnen Exponate, die leider in seinem Garten in großen Containern und seinem Haus nicht öffentlich zugänglich ist, hochwertiges Kulturgut, für das eine Präsentation angemessen wäre und die Eurovelowege, die sich durch ganz Europa, von West nach Ost und von Nord nach Süd ziehen. Mehr als ein Dutzend gibt es im Internet, in der Natur und auch auf dem Papier fehlen besonders auf russischem Gebiet Beschilderung, Karten, Beschreibung und touristisches Infrastruktur. Fördergelder der EU könnten hier weiterhelfen und die internationale Verständigung durch den Radtourismus fördern.

In angeregtem Gespräch nahmen sich Richard Burger und seine Mitarbeiter dankenswerterweise mehr als eineinhalb Stunden Zeit für uns.

Das Konzept der Rad- und Wandertouren vom VGN interessierte ihn sehr, Jonas hatte ein Muster für ihn dabei, meine bisher erschienenen bekommt er noch und freut sich drauf. Wir bleiben in Kontakt!

Jonas und ich, waren heute wieder auf der Strecke. 110 km waren es bei Nieselregen und Nordostwind, aber trotzdem haben die Fahrt genossen. Jonas leitete uns sicher aus Moskau hinaus, nochmal mitten durch die Innenstadt. Es lässt sich gut fahren, wenn man die richtige Strecke und die richtige Zeit, die relativ verkehrsarmen Vormittagsstunden, wählt. Wir fuhren auch ruhige Wohnstraßen, die ich 2013 nicht kennengelernt hatte. So bekommt man einen ganz anderen Eindruck von der Stadt. Breite Alleen und viel Grün und Platz für die Kinder in den Wohnquartieren, schön!

Über Grenze zur Region Wladimir ging’s heute schon drüber:

(Bild folgt)

Vor Kirzhach haben wir in einem kleinen Dorf in einem Landhotel Quartier genommen, mit allem Komfort, das Doppelzimmer zu 1000 Rubel (14-15€), sehr zu empfehlen, siehe www.gostinitca-kirzhach.ru

Morgen die finale Etappe 😅…

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